Planaufmaß: Anleitung
In vier Schritten zum prüffähigen Aufmaß: Plan öffnen, Maßstab kalibrieren, Positionen anlegen, im Plan nachfahren. Planaufmaß misst Flächen, Längen und Stückzahlen direkt im PDF-Bauplan und exportiert das Ergebnis als Aufmaßblatt (PDF) und als Excel-Datei. Kostenlos im Browser, Export mit kostenlosem Konto.
Stand: September 2026
Die vier Schritte
Plan öffnen
Über „+ Plan (PDF)" lädst du deinen Bauplan. Wer erst schauen will, nimmt „Demo-Plan ausprobieren" auf der Startseite: ein Grundriss im Maßstab 1:50 mit Maßketten und sechs vorbereiteten Trockenbau-Positionen.
Ohne Konto verlässt die Datei den Browser nicht. Mehrseitige PDFs werden vollständig geladen; der Maßstab gilt für den ganzen Plan, die Messungen bleiben seitenbezogen.
Bei mehreren Plänen wechselst du über das Plan wählen-Feld in der Kopfzeile: Klick öffnet die Liste aller Pläne mit Seite und Anzahl Messungen, ‹/› blättern direkt. Im Listenfuß liegen „+ Plan (PDF) hochladen" und das Entfernen einzelner Pläne.
Beim ersten Start führt ein kurzes Tutorial durch die Oberfläche; mit Konto startest du es jederzeit neu über das Konto-Menü → Tutorial starten.
Ebenen ein- und ausblenden
Enthält das PDF CAD-Ebenen (Layer), erscheint in der Kopfzeile der Knopf Ebenen. Er öffnet eine Liste zum Ein- und Ausblenden, etwa Möblierung oder Bemaßung weg, damit nur die Wände bleiben; Alle einblenden setzt zurück. Ausgeblendete Ebenen verschwinden im Plan, in der Lupe, im Objektfang und im Plan-Export. Die Auswahl wird je Plan gespeichert; der Knopf zeigt, wie viele Ebenen gerade aus sind. PDFs ohne Ebenen (etwa Scans) zeigen den Knopf nicht.
Planstand tauschen
Kommt ein neuer Planstand, musst du nicht neu messen: In der Planliste tauscht ⇄ neben dem Plan (oder T auf der markierten Zeile) die PDF-Datei aus, alle Messungen bleiben erhalten. Eine Leiste oben im Plan zeigt, ob die Seitenmaße gleich sind:
- Gleiche Seitenmaße: Messungen liegen sofort richtig, Übernehmen genügt.
- Abweichende Seitenmaße (anderes Format, verschobener Ausschnitt): erst Ausrichten (2 Punkte): je zweimal denselben Punkt im alten (rot) und im neuen Stand anklicken. Planaufmaß verschiebt, dreht und skaliert die Messungen passend und führt den Maßstab mit.
Verwerfen bricht den Tausch ab, ohne etwas zu ändern. Hat der neue Stand weniger Seiten und liegen Messungen auf einer fehlenden Seite, ist der Tausch gesperrt. Nach dem Übernehmen blendet der Knopf Vorheriger Stand in der Kopfzeile den alten Plan rot über den neuen: gemeinsame Linien erscheinen dunkel, nur im alten Stand vorhandene rot. So fallen Änderungen sofort auf. Dort lässt sich der alte Stand auch endgültig verwerfen. Aufgehoben wird immer nur ein vorheriger Stand. Zurück reicht nicht über einen Tausch hinaus: Schritte davor lassen sich danach nicht mehr rückgängig machen.
Maßstab kalibrieren
Zuerst muss der Plan wissen, wie lang ein Meter ist. Zwei Wege:
- Zwei Punkte anklicken (Standard): eine Strecke mit bekanntem Abstand nachfahren, meist eine Maßkette im Plan, und das Maß eintragen. Funktioniert auch bei Plänen, die beim Drucken oder Scannen skaliert wurden.
- Maßstab direkt eingeben: nur bei maßhaltigen PDFs, dann reicht „1:50".
Bis der Maßstab steht, sind alle Messwerkzeuge gesperrt. Das verhindert Messungen, die hinterher niemand mehr einordnen kann.
Positionen anlegen
Eine Position ist eine Leistung, nach der abgerechnet wird: „Deckenbekleidung GK" oder „Türöffnung herstellen". Kurztext und Einheit (m², m, Stk) legst du selbst fest; jede Messung im Plan zählt auf die zugeordnete Position.
Bei vielen Positionen hilft die Titelebene: ein Titel ist ein Gewerk oder Bauabschnitt („Trockenbau", „Oberflächen"). Über + Titel legst du ihn an, jede Position hängt an genau einem Titel. Titel lassen sich zuklappen, sortieren und im Plan als Ganzes ein- und ausblenden: der schnellste Weg zum Filter „nur dieses Gewerk". Solange es nur einen Titel gibt, bleibt die Ebene unsichtbar.
Daraus entsteht die Nummerierung, und zwar automatisch: 1.02 ist die zweite Position im ersten Titel, 1.02.3 ihre dritte Nachweiszeile. Genau diese Nummer steht im Plan, im Aufmaßblatt, im PDF und in Excel: ein Zählmarker mit der 3 ist also die Zeile 1.02.3. Du kannst in das Nummernfeld auch eine eigene Nummer schreiben (etwa die LV-Nummer des Auftraggebers); ↺ daneben stellt die automatische wieder her.
Zur Position gehören außerdem:
- Farbe: Flächen, Linien und Zählmarker im Plan übernehmen sie automatisch. Hängst du eine Messung auf eine andere Position um, wechselt auch die Farbe mit. Bei mehreren Titeln gibt der Titel den Farbton und die Position die Helligkeitsstufe: wer im Plan violett sieht, weiß, welches Gewerk gemeint ist.
- Markerform: Kreis, Dreieck, Quadrat oder Raute, damit sich zwei Zählungen im selben Plan unterscheiden lassen. Bei jeder Position wählbar.
- Bauteil: freies Feld mit Vorschlägen (Decke, Wand, Boden, Fassade, Öffnung, Gegenstand). Es steht später im Aufmaßblatt und in beiden Exporten. Bewusst unabhängig von der Einheit: „Bauteil Decke" mit „Einheit Stk" ist fachlich richtig, etwa für Deckenauslässe.
Leistungsverzeichnis importieren legt Titel und Positionen aus einer fertigen Ausschreibung automatisch an, statt sie einzeln einzutippen: der Knopf Leistungsverzeichnis importieren ganz oben im Positionen-Panel öffnet eine Dateiauswahl, alternativ genügt es, die Datei irgendwo auf den Editor zu ziehen (ein Ablage-Overlay zeigt dabei, wo sie landet). Unterstützt werden die drei gängigen GAEB-Formate: X83 (XML), D83 (GAEB 90) und P83 (GAEB 2000). Jede Kategorie im LV wird zu einem Titel, jede Position zu einer Position mit ihrer Original-Nummer, Kurztext und Einheit. Vor dem Anlegen zeigt ein Dialog eine Vorschau (Anzahl Titel/Positionen, die einzelnen Titel mit Positionszahl); Positionen mit einer Einheit, die kein Werkzeug im Plan hat (z. B. „psch" oder „h"), lassen sich über ein Kästchen weglassen, sonst werden sie mit ihrer Originaleinheit übernommen und bleiben nur über eine eigene Messung erreichbar. Der Import selbst lässt sich nicht rückgängig machen. Titel und Positionen lassen sich aber danach wie gewohnt einzeln löschen. Preise und Langtexte übernimmt der Import bewusst nicht.
Im Plan nachfahren
| Werkzeug | Kürzel | Ergebnis |
|---|---|---|
| Fläche | F | Polygon, Doppelklick oder Enter schließt es. Menge in m². |
| Abzug | A | Polygon innerhalb einer Fläche, geht als eigene Abzugszeile ein (Rechenansatz „Abzug …", Wert ohne Vorzeichen). |
| Länge | L | Linienzug, Menge in m, auch für Wandabwicklungen. |
| Wand | W | Wie Länge, Menge aber als Fläche (Abwicklung × Raumhöhe) in m². Das Label im Plan zeigt dort die Länge. Im Aufmaßblatt und in der Positionsmenge bleibt es m². Für Gaubenwangen, Giebelwände unter der Dachschräge oder Drempelanschlüsse trägst du im Auswahl-Panel zusätzlich eine Endhöhe (m) ein: Die Höhe läuft dann gerade vom ersten Punkt der Wand (Anfang, im Plan mit „A“ markiert) zum letzten („E“), die Menge ist Abwicklung × (Anfangshöhe + Endhöhe) ÷ 2. Endhöhe 0 ergibt ein Dreieck; Richtung tauschen kehrt die Zeichenrichtung der Wand um (Anfang und Ende wechseln die Seite; Länge und Menge bleiben gleich). So setzt du auch die Spitze eines Dreiecks an den Anfang. Ein Giebel mit First besteht aus zwei Wänden (je eine pro Dachseite). |
| Stück | S | Zählmarker mit der Zeilennummer seiner Position. Dieselbe Nummer steht im Aufmaßblatt. |
| Auswahl | V | Messungen anklicken, Eckpunkte verschieben; Mittelgriff ziehen fügt einen Eckpunkt ein, Alt+Klick entfernt einen. Rahmen aufziehen oder Umschalt/Strg+Klick wählt mehrere Messungen. Die lassen sich dann gemeinsam einer Position zuordnen („Position für alle") oder löschen. |
| Hand | H | Plan verschieben, ohne versehentlich etwas auszuwählen. |
| Maßstab | M | Kalibrierung erneut aufrufen. |
| Öffnung abziehen | Bei ausgewählter Wand/Fläche im Panel: Tür/Fenster als Breite × Höhe abziehen. Unter 2,5 m² erst mit VOB-Hinweis, da nicht jedes Gewerk so kleine Öffnungen abzieht. | |
| Objektfang | O | Knopf Fang (⌖) unten in der Werkzeugleiste, standardmäßig an: Punkte rasten beim Zeichnen, Kalibrieren und Eckpunkt-Ziehen an Ecken, Endpunkten und Kanten der Plangeometrie ein, ein kleines Quadrat zeigt den Fangpunkt. Alt gedrückt halten setzt ihn kurz aus. Wirkt nur bei Vektor-PDFs, nicht bei Scans. |
| Duplizieren | Strg+C | Kopiert die ausgewählte Messung (außer Abzüge). Die Kopie folgt dem Zeiger, Umschalt sperrt sie auf eine Achse (parallel versetzte Wände u. Ä.), ein Klick setzt sie ab. |
An jeder Kante steht dauerhaft ihr Maß, in der Mitte der Fläche die Menge. Der Rechenansatz einer Fläche ist damit die Maßkette ihrer Kanten, genau das, was ein Prüfer sehen will. Bei Rechtecken bleibt es bei l × b.
Esc bricht ab, Entf löscht, Strg+Z und Strg+Y machen Geometrie-Schritte rückgängig und wieder her. Verschieben des Plans: mittlere Maustaste oder Leertaste gedrückt halten und ziehen. Mausrad scrollt den Plan, Umschalt+Mausrad seitlich, Strg+Mausrad (oder Trackpad-Pinch) zoomt um den Zeiger. Beim Zeichnen und Kalibrieren zeigt gehaltenes Strg eine Lupe um den Zeiger, Umschalt fängt die Linie im 15°-Raster (0°, 15°, 30° … 90°).
Rückgängig hat einen eigenen Knopf Zurück unten in der Werkzeugleiste, am Telefon wie am Rechner. Läuft gerade eine Messung, nimmt er den zuletzt gesetzten Punkt zurück (am Rechner auch die Rücktaste); ist keine Messung offen, macht er den letzten Schritt rückgängig: Anlegen, Löschen oder das Verschieben eines Eckpunkts. Bis zu 60 Schritte gehen so zurück.
Der Knopf S/W unten in der Werkzeugleiste stellt den hochgeladenen Plan auf Graustufen mit leicht erhöhtem Kontrast um. Praktisch bei farbigen Architektenplänen, damit die farbigen Messungen hervorstechen; die Einstellung gilt je Plan, bleibt beim nächsten Öffnen erhalten und wirkt auch im Plan-Export (PNG/PDF). In der Leseansicht eines geteilten Links sitzt derselbe Umschalter oben im Kopfbanner und ändert nur die eigene Ansicht.
Der Knopf Dünn direkt darunter zeigt alle Linien des Plans als Haarlinie an, wie „Dünne Linien" in PDF-XChange. Hilfreich beim genauen Abgreifen von Kanten bei hohem Zoom, wenn eine dicke PDF-Strichstärke die tatsächliche Position der Linie verdeckt. Reine Ansichtseinstellung dieses Geräts (bleibt beim nächsten Öffnen erhalten), wirkt weder im Export noch auf andere Geräte.
Raumhöhen für Wandflächen
Wandflächen rechnen mit der Raumhöhe. Die gilt fürs ganze Projekt und steht im Kopf des Aufmaßblatts (ohne Angabe 2,50 m). Darunter listet Raumhöhen je Raum alle Räume aus deinen Messungen: dort trägst du Sonderhöhen ein, etwa für ein Treppenhaus; leer heißt Projekt-Raumhöhe. Eine einzelne Wand bekommt im Auswahl-Panel über Höhe (m) eine eigene Höhe. Es gilt immer die speziellste Angabe: Wand vor Raum vor Projekt.
Dachneigung bei Flächen
Schräge Decken (Dachschrägen) greifst du im Grundriss mit dem normalen Flächenwerkzeug ab. Im Auswahl-Panel trägst du bei Neigung (°) den Winkel aus dem Plan ein (Komma oder Punkt, leer oder 0 = eben). Die Menge ist dann Grundrissfläche ÷ cos α; der Rechenansatz zeigt „÷ cos 11,24°", der Rechenweg die Division als letzten Schritt. Abzüge in dieser Fläche erben die Neigung; Öffnungen über B × H sind echte Maße und bleiben ohne Faktor. Über 60° Neigung ist die Wandfläche mit der schrägen Höhe aus dem Schnitt genauer.
Notiz und Fotos je Messung
Zu jeder Messung gehören eine mehrzeilige Notiz und bis zu 8 Fotos (werden beim Hinzufügen verkleinert). Du öffnest sie über den Knopf Notiz & Bilder an der Nachweiszeile oder im Auswahl-Panel; wählst du eine Messung im Plan aus, springt die Seitenleiste zu genau dieser Zeile. Mit Konto werden Notizen und Fotos in der Cloud mitgesichert und sind auch im Teilen-Link sichtbar; im Aufmaß-PDF lassen sich die Fotos als Fotodokumentation anhängen.
Auf dem Handy und Tablet
Planaufmaß läuft auf dem Telefon mit demselben Funktionsumfang: die Werkzeuge liegen dort als Leiste am unteren Rand, Positionen und Auswahl öffnen sich über Pos. als Blatt von unten. Statt Tastenkürzeln gelten Gesten:
| Geste | Wirkung |
|---|---|
| Tippen (Messwerkzeug) | Setzt einen Punkt. Solange der Finger liegt, zeigt eine Lupe über dem Finger den Zielpunkt: erst das Abheben setzt ihn, vorher lässt er sich noch verschieben. |
| Doppeltippen | Schließt Fläche oder Linienzug, wie der Doppelklick. Alternativ der Knopf Fertig in der Zeichen-Leiste. |
| Zwei Finger | Zoomen und Verschieben, auch mitten im Zeichnen. |
| Wischen (Wahl/Hand) | Verschiebt den Plan. Ein kurzes Tippen wählt die Messung darunter aus. |
| Eckpunkt ziehen | Messung antippen, dann einen der orangen Griffe ziehen (mit Lupe). Mittelgriff = Punkt einfügen, Alt+Klick = Punkt entfernen (nicht am Finger). |
| 15° | Schalter in der Zeichen-Leiste: fängt jede weitere Linie im 15°-Raster (entspricht Umschalt am Rechner). |
| ⌖ Fang | Schalter in der Zeichen-Leiste: Objektfang an oder aus (am Rechner hält Alt ihn kurz aus). |
| Mehrfach | Schalter in der Auswahl-Leiste: jeder Tipp nimmt eine Messung dazu oder heraus. Ersetzt den Umschalt-Klick. |
↶ Punkt nimmt den letzten gesetzten Punkt zurück, × verwirft die begonnene Messung, Zurück in der Werkzeugleiste macht auch fertige Schritte rückgängig. Fürs Aufmaß direkt auf der Baustelle empfiehlt sich ein größerer Zoom: je näher der Plan, desto genauer sitzt der Punkt.
Mit dem Digitalstift
Ein Stift (Windows Ink, Apple Pencil) läuft wie eine präzise Maus: Der Punkt sitzt schon beim Aufsetzen, keine Lupe nötig. Eine Vorschau zeigt vorher, wohin er trifft. Zwei Extras kommen dazu:
| Geste | Wirkung |
|---|---|
| Seitentaste | Verschiebt den Plan, solange sie gedrückt ist (wie die mittlere Maustaste). |
| Radierer (Stift-Ende) | Läuft gerade eine Messung, nimmt er den letzten Punkt zurück. Sonst löscht ein Tipp im Wahl-Werkzeug die getroffene Messung (mit Rückfrage). |
| Doppeltipp | Schließt Fläche oder Linienzug, wie der Doppelklick. |
Liegt der Handballen auf dem Bildschirm auf, während der Stift schreibt, ignoriert Planaufmaß ihn. Er löst keine eigene Finger-Geste aus.
Überschneidet sich ein Polygon selbst, legt Planaufmaß es trotzdem an, markiert es aber rot und weist darauf hin. Ein Eckpunkt-Zug genügt meist, um die Warnung aufzulösen. Hart abgelehnt wird nichts, damit keine Arbeit verloren geht.
Wie Planaufmaß rechnet
Flächen werden aus den Eckpunkten des Polygons berechnet (Gaußsche Trapezformel, auch Shoelace genannt), sofern nicht ausdrücklich als l × b erfasst.
| Regel | Bedeutung |
|---|---|
| Abzüge | erben die Position ihrer Mutterfläche, müssen vollständig in ihr liegen und erscheinen als eigene Abzugszeile (Wert ohne Vorzeichen, von der Menge abgezogen) in Menge und Aufmaßblatt. |
| Reihenfolge | Rohwerte werden ungerundet summiert. Gerundet wird erst das Ergebnis. |
| Mengen | drei Nachkommastellen, kaufmännisch gerundet. |
| Beträge | zwei Nachkommastellen, kaufmännisch gerundet. |
| Dachneigung | Fläche = Grundrissfläche ÷ cos α (α in Grad, nur 0° bis unter 90°). Abzüge erben die Neigung, B × H-Öffnungen bleiben ohne Faktor. |
| Wandflächen | Abwicklungslänge × Höhe. Höhe in dieser Reihenfolge: eigene Höhe der Wand → Sonderhöhe des Raums → Projekt-Raumhöhe → 2,50 m. Mit Endhöhe: Abwicklungslänge × (Anfangshöhe + Endhöhe) / 2. |
| Raumnamen | werden bei PDFs mit Textebene aus der Plan-Beschriftung übernommen; Maßzahlen werden dabei ausgefiltert. Das Feld bleibt überschreibbar. |
| Zwischensummen | je Titel und je Einheit getrennt (ein Titel darf m², m und Stk mischen). Addiert werden die gerundeten Positionsmengen. Die Summe im Blatt geht also mit den gedruckten Zahlen auf. |
| Nummern | Titel.Position.Zeile, aus der Gliederung abgeleitet. Jede Nachweiszeile nennt außerdem Plan und Seite, damit sie im Plan wiederzufinden ist. |
Weil erst am Schluss gerundet wird, kann die Positionssumme um ein Tausendstel von der Summe der angezeigten Zeilenwerte abweichen. Das ist kein Fehler, sondern die richtige Reihenfolge: anders summieren sich Rundungsfehler auf.
Rechenweg
Ein Rechteck rechnet jeder mit Länge × Breite nach. Hat eine Fläche schräge Kanten oder mehr als vier Ecken, reichen die Kantenmaße aus dem Plan dafür nicht mehr. Aus den Eckpunkten lässt sich die Fläche aber immer genau bestimmen, mit der Gaußschen Trapezformel (auch Shoelace genannt). Der Rechenweg zeigt diese Rechnung Zahl für Zahl, sodass sie jeder mit dem Taschenrechner prüfen kann. Für Rechtecke und für Abzüge mit Hand-Maßen (B × H) gibt es keinen Rechenweg: Dort steht die Fläche schon als Multiplikation im Aufmaß.
Du öffnest ihn über den Knopf „Rechenweg anzeigen …" im Auswahl-Panel oder den Link „Rechenweg" in der Nachweiszeile des Aufmaßblatts, auch in der Leseansicht. Derselbe Rechenweg steht im Aufmaß-PDF (Abschnitt „Rechenwege" nach den Nachweisen, dort „Summe" statt Σ) und im Excel-Export (eigenes Blatt „Rechenwege", die Zahlen als echte Zellen zum Weiterrechnen). Abzüge mit eigenen Eckpunkten bekommen denselben Rechenweg.
So liest du den Rechenweg
- Kopfzeile: „Rechenweg Fläche 1.01.1" nennt die Nummer der Messung, darunter stehen Raum (oder „ohne Raum") und die LV-Position.
- Nr., x und y: Jede Zeile ist eine Ecke der Fläche, in der Reihenfolge eines Rundgangs außen herum (P1, P2, P3 …). x ist der Abstand nach rechts, y der Abstand nach unten, beides in Metern. Gemessen wird ab der linken oberen Ecke eines gedachten Rechtecks um die ganze Fläche, deshalb ist kein Wert negativ und mindestens eine Ecke hat x = 0 und eine y = 0. Die Werte sind auf 0,1 mm (4 Nachkommastellen) gerundet.
- x·y' und x'·y: Der Strich ' bedeutet „vom nächsten Punkt". x·y' ist also das x dieser Ecke mal das y der nächsten Ecke, x'·y das x der nächsten Ecke mal das y dieser Ecke: über Kreuz mit dem Nachbarn multipliziert. In der letzten Zeile ist der nächste Punkt wieder P1, denn der Rundgang endet am Start.
- Σ: heißt „Summe". Jede der beiden Rechenspalten wird zusammengezählt.
- Ergebnis: F = ½ · |Summe 1 − Summe 2|. Die eine Summe von der anderen abziehen, ein Minus weglassen (das meinen die senkrechten Striche) und das Ergebnis halbieren. Heraus kommt die Fläche in m², auf 3 Nachkommastellen gerundet. Das Minus fällt weg, weil die Laufrichtung um die Fläche nur das Vorzeichen ändert, nicht die Größe.
Beispiel zum Mitrechnen
Ein Viereck mit einer schrägen Seite und den Ecken P1 (1 | 0), P2 (4 | 0), P3 (5 | 3) und P4 (0 | 2):
| Nr. | x | y | x·y' | x'·y |
|---|---|---|---|---|
| P1 | 1 | 0 | 1 × 0 = 0 | 4 × 0 = 0 |
| P2 | 4 | 0 | 4 × 3 = 12 | 5 × 0 = 0 |
| P3 | 5 | 3 | 5 × 2 = 10 | 0 × 3 = 0 |
| P4 (nächster: P1) | 0 | 2 | 0 × 0 = 0 | 1 × 2 = 2 |
| Σ | 22 | 2 |
F = ½ · |22 − 2| = ½ · 20 = 10 m². Zur Probe ohne Formel: Das umgebende Rechteck hat 5 × 3 = 15 m², die drei Randdreiecke und -trapeze außerhalb der Fläche haben zusammen 1 + 1,5 + 2,5 = 5 m². Bleiben 10 m².
Warum das funktioniert
Jede Kante bildet mit der Achse ein Trapez, daher der Name Trapezformel. Auf dem Hinweg um die Fläche zählen diese Trapeze positiv, auf dem Rückweg negativ. Alles, was außerhalb der Fläche liegt, hebt sich dabei genau auf, übrig bleibt nur die Fläche selbst. Die Spalten x·y' und x'·y sind dieselbe Rechnung, nur übersichtlicher sortiert.
Rundung
Der Aufmaßwert selbst wird aus den ungerundeten Koordinaten berechnet, also mit der vollen Genauigkeit aus dem Plan. Die Tabelle rechnet dagegen mit den abgedruckten, auf 0,1 mm gerundeten Werten, damit du sie exakt nachrechnen kannst. Weichen beide Ergebnisse voneinander ab, steht unter der Formel ein Hinweis wie „Aufmaßwert aus ungerundeten Koordinaten: 5,123 m² (Abweichung 0,001 m² durch Rundung)". Die Abweichung liegt im Bereich von tausendstel Quadratmetern.
Export
Aus dem Aufmaßblatt heraus exportierst du:
- PDF Aufmaß: das Aufmaßblatt mit Kopfdaten, Gliederung, Raumhöhen, Mengenübersicht, Nachweisen je Titel mit Zwischensummen, den Rechenwegen und der Unterschriftenzeile. Trägt eine Messung Fotos, fragt der Export, ob eine Fotodokumentation mit Verweisen je Nachweiszeile angehängt werden soll.
- Excel: dieselben Daten als Tabelle zum Weiterverarbeiten in der Kalkulation: ein Blatt je Titel, dazu ein Blatt „Rechenwege", Zahlen als echte Zellen.
- Plan PNG und Plan PDF: der Plan mit allen eingezeichneten Messungen, Mengen-Beschriftungen und Legende, als Bild oder als druckfertiges PDF. Ausgeblendete Ebenen und die S/W-Einstellung wirken mit.
Auf der Projektliste gibt es außerdem je Projekt den JSON-Export: das komplette Projekt samt Plänen zum Sichern oder Weitergeben. Beim Re-Import bleibt die Projekt-ID erhalten, das Projekt wird also aktualisiert und nicht dupliziert.
Für den Export (PDF, Excel, Plan, JSON) brauchst du ein kostenloses Konto. Damit werden deine Projekte auch in der Cloud gesichert. Details in der Datenschutzerklärung.
Link teilen
Über Link teilen im Aufmaßblatt erzeugst du einen Link, mit dem Dritte (Auftraggeber, Bauleitung, Prüfer) das Projekt nur lesend öffnen, ohne eigenes Konto. Die Gültigkeit wählst du: 1, 7, 14 oder 30 Tage oder unbegrenzt. Der Link zeigt immer den aktuellen Stand, also auch Messungen, die du später ergänzt. Unter „Bestehende Links" siehst du alle Links des Projekts und ziehst jeden jederzeit zurück. Er funktioniert dann sofort nicht mehr.
In der Leseansicht lassen sich Plan, Aufmaßblatt, Notizen, Fotos und Rechenwege ansehen und exportieren, aber nichts ändern. Teilen braucht ein Konto, weil das Projekt dafür in der Cloud liegen muss. Wer den Link erhält, sieht das gesamte Projekt.
Häufige Fragen
Ist Planaufmaß wirklich kostenlos?
Ja, es gibt keine kostenpflichtige Stufe. Messen und Aufmaßblatt sind ohne Registrierung nutzbar, ohne Zeitlimit und ohne Projektobergrenze. Für den Export (PDF, Excel, Plan, JSON) brauchst du ein kostenloses Konto. Damit werden deine Projekte auch in der Cloud gesichert.
Wo liegen meine Daten?
Standardmäßig lokal: ohne Konto bleibt alles in diesem Browser, die Plandatei wird nicht hochgeladen. Lokale Projekte sind dabei für die laufende Browser-Sitzung gedacht: wer ein Aufmaß über Tage führen oder auf einem zweiten Gerät öffnen will, legt ein Konto an. Dann liegen Projekte und Pläne in der EU-Cloud, und nur dein Konto kommt daran. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.
Wie funktionieren Abzüge?
Ein Abzug wird wie eine Fläche gezeichnet, muss aber vollständig innerhalb seiner Mutterfläche liegen und erbt deren Position. Er geht als eigene Abzugszeile ein (Rechenansatz „Abzug …", Wert ohne Vorzeichen) und wird von der Menge abgezogen, nicht als stille Verrechnung. Damit bleibt im Aufmaßblatt sichtbar, was abgezogen wurde und warum.
Wie wird gerundet?
Rohwerte werden ungerundet summiert. Gerundet wird erst am Ende: die Positionsmenge auf drei Nachkommastellen, Beträge auf zwei, jeweils kaufmännisch (von der Null weg). Deshalb kann die Summe um ein Tausendstel von der Summe der angezeigten Zeilenwerte abweichen.
Welche PDF-Datei brauche ich?
Jedes PDF mit Grundriss oder Schnitt funktioniert, auch ein Scan. Bei PDFs mit Textebene erkennt Planaufmaß zusätzlich die Raumbezeichnung automatisch, bei reinen Scans trägst du sie selbst ein. Maßhaltigkeit ist nicht nötig, solange du über zwei Punkte kalibrierst.
Auch große Formate wie A0 oder Sonderformate funktionieren. Auf dem iPad passt Planaufmaß die Bildschirmauflösung solcher Pläne automatisch an, damit sie nicht weiß bleiben. Die Messwerte bleiben davon unberührt.
Was, wenn der Maßstab nicht angegeben ist?
Dann kalibrierst du über zwei Punkte mit bekanntem Abstand: eine Maßkette im Plan, ein Türblatt oder ein selbst eingemessenes Maß. Das ist ohnehin der Standardweg und funktioniert auch bei Plänen, die beim Drucken oder Scannen skaliert wurden.
Ist das Aufmaß prüffähig nach VOB?
Planaufmaß liefert die Bestandteile, die ein prüffähiges Aufmaß braucht: den Rechenansatz als Maßkette der Kanten, Abzüge als eigene Abzugszeilen (Wert ohne Vorzeichen, von der Menge abgezogen) und eine nachvollziehbare Mengenermittlung. Welche Öffnungen nach VOB/C abgezogen und welche übermessen werden, hängt vom Gewerk ab: das entscheidet der Vertrag, nicht das Werkzeug. Die Schwellenwerte je Gewerk stehen im Ratgeber Aufmaß nach VOB.
Funktioniert Planaufmaß auf dem Handy?
Ja, mit vollem Funktionsumfang: Plan laden, kalibrieren, messen und exportieren gehen auch am Telefon. Die Werkzeuge sitzen dort unten am Daumen, ein Fingertipp setzt Punkte (mit Lupe über dem Finger, damit die Wandkante genau getroffen wird), zwei Finger zoomen und schieben, Fertig schließt die Messung. Die Gesten stehen ausführlich unter Auf dem Handy und Tablet. Für längere Aufmaße ist ein Tablet angenehmer, weil mehr Plan sichtbar bleibt.
Was passiert mit meinen Messungen, wenn ein neuer Planstand kommt?
Sie bleiben. Über Planstand tauschen legst du das neue PDF unter die bestehenden Messungen, richtest es bei Bedarf über zwei Punkte aus und blendest den alten Stand rot darüber, um Änderungen zu sehen. Welche Messungen du daraufhin anpasst, entscheidest du selbst. Automatisch verschoben wird nichts.
Kann ich mit mehreren Leuten am selben Aufmaß arbeiten?
Nein. Planaufmaß ist ein Einzelplatz-Werkzeug; mit Konto synchronisiert es deine Projekte zwischen deinen Geräten, aber es gibt keine gleichzeitige Bearbeitung durch mehrere Personen. Zum Mitlesen gibt es den Teilen-Link: Dritte sehen damit den aktuellen Stand, ändern aber nichts. Wer die ganze Baustelle gemeinsam dokumentieren will, ist bei agora Site richtig.
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Kein Bauplan vorhanden? agoraScan erzeugt aus einem LiDAR-Scan einen maßstäblichen Grundriss. Für die laufende Baustelle (Pläne, Mängel, Freigaben, Bautagebuch) gibt es agora Site.